Lymphom

Primäre ZNS-Lymphome (PZNSL) sind seltene bösartige Tumorerkrankungen des Gehirns und beschränken sich auf das Gehirnparenchym, die Meningen, das Rückenmark und in ~10 bis 20% auf die Augen. Es handelt sich nach WHO um hochmalige diffus-großzellige B‑Zell-Lymphome des non-Hodgkin-Typs (zu 95%). Rund 3% der primären intrakraniellen Tumore werden den PZNSL zugeordnet, mit einem Häufigkeitsgipfel zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr und treten bei Frauen als auch bei Männern gleichhäufig auf. Bei immuninkompetenten Patienten (z.B. bei AIDS-Erkrankung) treten PZNSL-Erkrankungen häufiger auf. Zur sicheren Diagnose, um ein systemisches Lymphom auszuschließen sind verschiedene Untersuchungen nötig, wie z.B. Magnetresonanztomographie mit und ohne Kontrastmittel, Liquordiagnostik, augenärztliche Untersuchungen und HIV-Test. Unumgänglich ist z.Z. noch die stereotaktische Biopsie des Tumorgewebes, welches histologisch untersucht wird. Durch die Gabe von Steroiden, kann der Tumor für ungewisse Zeit in Remission gehen.

Die Therapie dieser Tumoren hat durch den Einsatz neuer Chemotherapieprotokolle eine entscheidende Verbesserung erfahren, so dass nahezu die Hälfte der Patienten unter 65 Jahren heute kurativ behandelt werden können. Neue Erkenntnisse im Bereich der durch eine einfache Punktion im Bereich der Lendenwirbelsäule (Lumbalpunktion Diagnostik des Nervenwassers (Liquor cerebrospinalis) erlauben es jedoch möglicherweise in Zukunft, die zuverlässige Diagnose allein anhand der Kernspintomographie des Gehirns und der spezifischen Liquoranalytik zu stellen.

Ziel des Projekts ist die Identifizierung von potentiellen Biomarkern im Liquor mithilfe der labefreien Proteomanalyse . Die hochauflösenden Massenspektrometrier erlaubt eine Darstellung von über 500 verschiedenen Proteinen aus etwa 1 mL Liquor. Die identifizierten Kandidatenproteine sollen anschließend auf ihre Tauglichkeit zur in vitro Diagnose des primären ZNS-Lymphoms validiert werden.